aka_muc http://akamuc.blogsport.de Fri, 30 Mar 2012 09:57:52 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Abschiebungen innerhalb Europas stoppen! – Dublin 2 kippen! http://akamuc.blogsport.de/2012/03/30/abschiebungen-innerhalb-europas-stoppen-dublin-2-kippen/ http://akamuc.blogsport.de/2012/03/30/abschiebungen-innerhalb-europas-stoppen-dublin-2-kippen/#comments Fri, 30 Mar 2012 09:57:52 +0000 Administrator antifaschismus antirassismus soziale kämpfe http://akamuc.blogsport.de/2012/03/30/abschiebungen-innerhalb-europas-stoppen-dublin-2-kippen/ Demonstration im Münchner Flughafen am 30.03.2012

Freitag, 30.03.2012, 17:30 Uhr
Flughafen München, MAC-Forum (Bereich zwischen den Terminals)
zeitgleich Demonstrationen in den Flughäfen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und Hamburg

Fast 7200 Flüchtlinge wurden 2011 aus Deutschland in ihre (vermeintlichen) Herkunftsstaaten abgeschoben. Zusätzlich wurden aber auch rund 2900 Abschiebungen innerhalb Europas durchgeführt – so wurden beispielsweise Bürgerkriegsflüchtlinge aus Somalia nach Italien, oder afghanische Flüchtlinge nach Ungarn abgeschoben.

Grund dafür ist die Dublin 2-Verordnung. Diese legt fest, welches europäische Land für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig ist. Einfach gesagt ist es der Staat, der “verschuldet” hat, dass ein Flüchtling nach Europa gelangen konnte, und Europa sich überhaupt mit den Schutzsuchenden beschäftigen muss – trotz militarisierter Außengrenzen.

Können Flüchtlinge die Staaten am Rande Europas nicht unbemerkt passieren, werden ihnen dort Fingerabdrücke abgenommen, die in der europäischen Datenbank EURODAC gespeichert werden. Wenn ein Flüchtling später Asyl in einem anderen Staat beantragt, kann somit der Staat der ersten Einreise ermittelt werden, und der Flüchtling dorthin abgeschoben werden.

In Italien erwartet die Abgeschobenen dann ein Leben in Obdachlosigkeit und Armut, in Ungarn Haft unter besonders menschenunwürdigen Umständen oder in Malta völlige Perspektivlosigkeit. Viele fliehen daher erneut, um in anderen europäischen Staaten endlich Schutz zu finden – werden letztlich aber wie ein Spielball innerhalb Europas hin- und hergeschoben.

Das Dublin 2-System muss umgehend abgeschafft werden! Keine Abschiebungen ins soziale Elend an den Rändern Europas! – Asylsuchende müssen dort Schutz suchen dürfen, wo sie möchten!

Deswegen protestieren wir am 30.03.2012 an den Flughäfen in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München. Bereits 2011 wurden vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Abschiebungen nach Griechenland als menschenunwürdig verurteilt, nachdem das Asylsystem dort zusammengebrochen war und Flüchtlinge auf der Straße verelenden. Deutschland und viele andere Staaten sahen sich daraufhin gezwungen, Abschiebungen nach Griechenland auszusetzen.
Die dortige Situation ist allerdings keine Ausnahme. Mit unserem Protest wollen wir erreichen, dass aus dem sozialen Elend für Flüchtlinge in anderen europäischen Staaten auch endlich Konsequenzen gezogen werden – und das Dublin 2-System letztlich fallen muss!

Kommt am Freitag, den 30.03.2012, um 17:30 Uhr, ins MAC-Forum (Bereich zwischen den Terminals) des Münchner Flughafens und protestiert mit uns gegen Dublin 2-Abschiebungen und für bedingungslose Bewegungsfreiheit – nach Europa und in Europa!

Bitte verbreitet den Aufruf über eure Mailverteiler, Internetseiten, Facebook, … !

mehr Informationen zu Dublin 2 und dem bundesweiten Aktionstag am 30.03.: http://www.dublin2.info

Zur Münchner Demonstration rufen auf:
aka_muc, Bayerischer Flüchtlingsrat, eaam, Karawane München, Münchner Flüchtlingsrat

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Nazis stoppen! Kafe Marat verteidigen! http://akamuc.blogsport.de/2012/01/20/nazis-stoppen-kafe-marat-verteidigen/ http://akamuc.blogsport.de/2012/01/20/nazis-stoppen-kafe-marat-verteidigen/#comments Fri, 20 Jan 2012 08:44:13 +0000 Administrator antifaschismus freiräume http://akamuc.blogsport.de/2012/01/20/nazis-stoppen-kafe-marat-verteidigen/ Für Morgen, Samstag den 21.Januar 2012, planen Nazis aus dem Spektrum des Freien Netz Süd (FNS) in München einen Aufmarsch gegen das selbstverwaltete „Kafe Marat“ durchzuführen.

Aktuelle News auf der Seite des Kafe Marat: KLICK

Als linker Freiraum und als klar antifaschistische, antirassistische und emanzipatorische Einrichtung passt das „Kafe Marat“ den Nazis nicht in ihr Weltbild.

Die Nazis wollen sich um 12:00 am Hauptbahnhof treffen und gegen 13:30 versuchen, zum Kafe Marat laufen!

Wir werden diesen Versuch, linke, antifaschistische und unkommerzielle Strukturen zu bedrohen und einzuschüchtern, nicht zulassen.

Es wird zwei antifaschistische Kundgebungen am Samstag geben: eine im Bahnhofsviertel und eine ganztägig vor dem Kafe Marat in der Thalkirchnerstraße. Haltet Augen und Ohren offen. Für aktuelle Infos checkt regelmäßig die Website vom Kafe.

Gemeinsam, entschlossen, vielfältig und laut gegen den Naziaufmarsch am 21.Januar 2012 in München!

Kafe Marat verteidigen!

Alerta Antifascista!

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Redebeitrag vom 26.11.2011 http://akamuc.blogsport.de/2011/12/06/redebeitrag-zur-demo-am-26-11-2011/ http://akamuc.blogsport.de/2011/12/06/redebeitrag-zur-demo-am-26-11-2011/#comments Mon, 05 Dec 2011 22:30:51 +0000 Administrator antifaschismus http://akamuc.blogsport.de/2011/12/06/redebeitrag-zur-demo-am-26-11-2011/ Redebeitrag des aka_muc auf der Demo „Gegen Naziterror und für die Auflösung des Verfassungsschutz“ am 26.11.2011 (Bericht und Aufruf unter: www.26nov.tk) in München:

In allen politischen Lagern, ausgenommen der nazistischen Parteien, zeigen Politiker_innen Betroffenheit über die Morde des „NSU“ („Nationalsozialistischer Untergrund“). Dies führt dazu, dass Neonazistrukturen, sowie die Verwicklungen des Verfassungsschutz in die Öffentlichkeit gezerrt und thematisiert werden. Doch nicht allein der deutsche Inlandsgeheimdienst spielt der militanten Neonaziszene zu. Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus zeigen sich hier zwar in ihrer mörderischen Form: Sie sind jedoch nicht nur Eigenschaften von Neonazis, sondern konstitutiver Teil dieser Gesellschaft und diesen Staates. Dies spiegelte sich beispielsweise in der medialen Aufarbeitung der Morde wieder, bevor die wirklichen Täter_innen bekannt wurden. In der Bezeichnung „Döner-Morde“ offenbart sich der Rassismus der Debatte. Die deutsche Mehrheitsgesellschaft reduziert Menschen mit Migrationshintergrund in der Berichterstattung auf wenige Stereotype. Sie sind Objekte eines weißen und deutschen Diskurses. Wie die Menschen wirklich leben, arbeiten und fühlen ist in ihm nicht von Belang. Schon der Name der „Sonderkommission Bosporus“ verweist auf die rassistischen Zuschreibungen der Ermittler_innen. In der Namensgebung wird deutlich, dass sie die Taten aufgrund des Migrationshintergrunds der Opfer nicht in die deutsche Gesellschaft einordneten, sondern zumindest begriffsmäßig auf den „Bosporus“ auslagerten. Dies zeigt, dass die Ermittler_innen die Ermordeten nicht als Teil dieser Gesellschaft wahrnahmen. Außerdem unterstellten sie ihnen, Teil des Rotlicht- und Drogenmilieus oder mafiöser Strukturen zu sein. Der Gedanke, dass die Täter_innen aus der rechten Szene kommen könnten, kam Presse und Ermittler_innen nicht, obwohl einer der Morde in einem als Neonazihochburg bekannten Stadtteil verübt wurde. Die rassistischen Ressentiments verstellten den Blick auf die wahren Täter_innen und Motive und führten dazu, dass diese jahrelang unentdeckt mordend durchs Land ziehen konnten.
Genauso wenig wie Rassismus nur ein Phänomen der Neonaziszene ist, sondern auch von der deutschen Mehrheitsgesellschaft ausgeht, sind die
neonazistischen Morde Ausnahmefälle. Gerade in Deutschland zeigten sich Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus in ihren mörderischsten Formen.
Nicht vergessen wollen wir im aktuellen Medienhype ALLE aus rassistischen, antisemitischen und sexistischen Motiven ermordeten Menschen.
Kein Vergeben, kein Vergessen!

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http://akamuc.blogsport.de/2011/12/06/redebeitrag-zur-demo-am-26-11-2011/feed/
26.11.2011 http://akamuc.blogsport.de/2011/11/20/26-11-2011/ http://akamuc.blogsport.de/2011/11/20/26-11-2011/#comments Sun, 20 Nov 2011 12:56:37 +0000 Administrator allgemein antifaschismus http://akamuc.blogsport.de/2011/11/20/26-11-2011/ Da aus aktuellem Anlass am 26.11.2011 um 14:30h eine antifaschistische Demonstration (Startpunkt: Mahnmal für die Opfer des Oktoberfestattentats, U-Bahn Haltestelle „Theresienwiese“) unter dem Motto „Nazis morden. Der Staat lädt nach.“ stattfindet, wird der Workshop zu Definitionsmacht um eine Woche auf Samstag, den 3. Dezember verschoben. Der Workshop startet um 14:00h im Kafe Marat.
Mehr Infos zur Demo findet ihr auf der Mobilisierungsseite.

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http://akamuc.blogsport.de/2011/11/20/26-11-2011/feed/
Termine auf Flyer http://akamuc.blogsport.de/2011/10/25/termine-auf-flyer/ http://akamuc.blogsport.de/2011/10/25/termine-auf-flyer/#comments Mon, 24 Oct 2011 22:08:03 +0000 Administrator allgemein http://akamuc.blogsport.de/2011/10/25/termine-auf-flyer/ In der Printversion der Flyer für die antisexistische Veranstaltungsreihe im November sind leider ein paar Daten durcheinandergeraten. Die richtigen Termine findet ihr auf der Vorderseite vom Flyer, oder auch HIER.

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Gegen Rassismus, Nationalismus und Sozialchauvinismus! http://akamuc.blogsport.de/2011/10/11/gegen-nationalismus-rassismus-und-sozialchauvinismus/ http://akamuc.blogsport.de/2011/10/11/gegen-nationalismus-rassismus-und-sozialchauvinismus/#comments Mon, 10 Oct 2011 23:07:07 +0000 Administrator antifaschismus antikapitalismus antirassismus soziale kämpfe http://akamuc.blogsport.de/2011/10/11/gegen-nationalismus-rassismus-und-sozialchauvinismus/ Antifaschistische Kundgebung: 9:30h zwischen Sendlinger Tor und Marienplatz – genauer vor dem Restaurant Gyoia (Oberanger 32/34 – Nähe U-Bahnstation Sendlinger Tor)
Start der Rechtspopulist_innen: 10:30h am Sendlinger Tor. Der Marsch soll mit einer Kundgebung am Marienplatz enden.
Werdet kreativ! Rechtspopulist_innen den Tag vermiesen!

Bündnisaufruf der antifa nt, eaam, sam, linksjugend (solid) und des aka_muc: Rechtspopulist_innen den Tag vermiesen!

Der folgende Text ist ein Beitrag des aka_muc gegen den Aufmarsch rechtspopulistischer Parteien in München am 15.10.2011:

Unter dem Motto „Rechtspopulist_innen den Tag vermiesen“ rufen wir nicht nur zu Protesten gegen den Aufmarsch von Parteien wie den „Republikanern“, der „FPÖ“, „Pro NRW“ und Co auf. Denn rassistische und nationalistische Politik wird auch von der sogenannten „Mitte der Gesellschaft“ vertreten. Dass diese Thesen nicht aus der Luft gegriffen sind, zeigen nicht zuletzt die nationalistisch und rassistisch motivierten Debatten um um die Thesen von Thilo Sarrazin und um die drohende Staatspleite Griechenlands.

Was die „Meinungsfreiheit“ mit Rassismus zu tun hat…


Beispielhaft für die sogenannte Sarrazindebatte spiegelt die Kampagne der Bildzeitung unter dem Motto „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen…“ die Meinung einer deutschen Mehrheit wieder. Unter dem Deckmantel der „Meinungsfreiheit“ wurde rassistische und sozialchauvinistische Hetze legitimiert. Ausgangspunkt war die Veröffentlichung von Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“. In diesem sieht er Deutschland durch die „Unterschicht“ und Migrant_innen bedroht. Dabei werden zahlreich rassistische Klischees bedient. Erwerbslosen und sozial schlechter gestellten Menschen, vor allem Migrant_innen mit vermeintlich muslimischem Hintergrund, wird vorgeworfen, zu viele Kinder zu bekommen. Im Gegensatz dazu wirft Sarrazin den deutschen Akademiker_innen vor, zu wenige Kinder zu bekommen und befürchtet den Untergang der „deutschen Elite“. Ausgehend von der biologistischen These, dass „Intelligenz vererbbar“ wäre, sieht Sarrazin eine Bedrohung durch eine zukünftige Masse von Hartz IV Empfänger_innen, die angeblich den deutschen Staat und das Sozialsystem zersetzen.
In dieser Debatte zeigt sich, wie die kapitalistische Verwertungslogik und Rassismus zusammenspielen.

…Hartz IV mit Lampedusa und…

Menschen, die ihren Alltag mit einem Hartz IV Satz von 364 Euro im Monat bewältigen müssen, wird vorgeworfen, dem deutschen Staat zu schaden. So warf Guido Westerwelle Hartz IV Empfänger_innen vor, in „spätrömischer Dekadenz“ zu leben. Dabei werden sie nicht als Verlierer_innen der kapitalistischen Leistungsgesellschaft gesehen, sondern persönlich für ihre Situation verantwortlich gemacht. In dieser Logik ist selber Schuld, wer in der Konkurrenz am Arbeitsmarkt nicht besteht und hat somit kein Recht auf Anteilhabe an gesellschaftlichem Reichtum. Mehrfach belastet sind Menschen, die noch zusätzlich benachteiligt sind, weil sie beispielsweise keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen.

In dem rassistischen Weltbild von Sarrazin und Co ist die „deutsche“ bzw. „europäische“ Kultur „christlich“ und „weiß“. Daran werden Eigenschaften wie „aufgeklärt“ und „leistungsbereit“ gekoppelt. Dazu wird das Gegenbild der „unaufgeklärten“ und „arbeitsunwilligen“ Migrant_innen konstruiert. Das hat direkte Folgen für das Leben von Migrant_innen. So werden sie teilweise von Grund- und Menschenrechten ausgeschlossen.
Besonders Flüchtlinge müssen in beschissenen Zuständen leben, z.B. in den Lagern an den Grenzen Europas. Die Vorfälle dieses Jahr im September auf der italienischen Insel Lampedusa waren dabei ein weiteres trauriges Beispiel. In einem Flüchtlingslager, das für 850 Flüchtlinge vorgesehen war, waren 1500 Menschen untergebracht, als ein Feuer ausbrach. Bei den folgenden Demonstrationen der Flüchtlinge wurden sie von den anderen Bewohner_innen der Insel beschimpft und von der Polizei zusammengeschlagen. Dabei gab es dutzende Verletzte. In der brutalen Niederschlagung der Proteste, der Schließung des Hafens für künftig ankommende Flüchtlinge, den Anfeindungen und dem Zitat „Wir sind im Krieg“ von Bürgermeister Bernardino De Rubei über die Situation auf der Insel zeigt sich, wie Rassismus und die Angst um den Verlust des eigenen Wohlstands zur lebensgefährlichen Bedrohung für Migrant_innen und Flüchtlinge werden können. Es zeigt sich auch, wie staatliche Deklassierung mit dem Rassimus der Zivilgesellschaft einhergeht.

…der bayerische Innenminister mit einem Bestseller.

Rassismus, Nationalismus und Sozialchauvinismus sind keine Randphänomen von rechten Kleinstparteien wie den „Republikanern“. Dass der bayerische Innenminister Herrmann strengere Grenzkontrollen fordert, um „illegale Einwanderung“ zu verhindern und damit auf breite Zustimmung stößt, spricht für sich. Auch kommen jedes Jahr zahlreiche Menschen auf dem Weg nach Europa in das erhoffte bessere Leben um. Das Buch mit den rassistischen und sozialchauvinistischen Thesen von Thilo Sarrazin war das meistverkaufte deutsche Sachbuch seit dem zweiten Weltkrieg.

Gegen Rassismus, Nationalismus und Sozialchauvinismus!

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15. Oktober: Rechtspopulist_innen den Tag vermiesen! http://akamuc.blogsport.de/2011/10/08/rechtspopulist_innen-den-tag-vermiesen/ http://akamuc.blogsport.de/2011/10/08/rechtspopulist_innen-den-tag-vermiesen/#comments Sat, 08 Oct 2011 10:29:30 +0000 Administrator antifaschismus antikapitalismus antirassismus http://akamuc.blogsport.de/2011/10/08/rechtspopulist_innen-den-tag-vermiesen/ Am Samstag, den 15. Oktober plant die Partei „Die Republikaner“ einen Aufmarsch in München. Die rechtspopulistische und rassistische Splitterpartei, die in den 80iger und 90iger Jahren einige Wahlerfolge verbuchen konnte, will damit „gegen die Euro-Politik der Bundeskanzlerin“ demonstrieren. Zu diesem Zweck wollen die „Republikaner“ bundesweit nach München mobilisieren, sprechen sollen u.a. ihr Bundesvorsitzender Rolf Schlierer, der bayerische Landesvorsitzende Johann Gärtner, sowie der Landesobmann der Salzburger FPÖ Karl Schnell.

Gegen diesen Aufmarsch der rechtspopulistischen und rassistischen „Republikaner“ rufen wir zu Protesten auf!

Die Republikaner haben in den letzten Jahren zunehmend an parteipolitischer Relevanz verloren. Während die Partei Ende der 80iger Jahre und Anfang der 90iger das wohl erfolgreichste Parteiprojekt rechts der CDU/CSU war und zweimal im baden-württembergischen Landtag und einmal im Berliner Abgeordentenhaus, sowie im europäischen Parlament vertreten war, fristet die Partei heute einzig auf kommunaler Ebene ein tristes Dasein. Das Aufkommen anderer extrem rechter Parteien, wie etwa der „PRO-Bewegung“ oder der Partei „Die Freiheit“ oder auch der sog. „Schillpartei“ vor einigen Jahren und nicht zuletzt die relativen Erfolge der NPD hat sie mehr und mehr in die weitgehende Bedeutungslosigkeit innerhalb der ohnehin zersplitterten deutschen Rechten getrieben.
Nun versucht die Partei mit einem bundesweiten Aufruf nach München gegen die aktuelle Europa und Finanzpolitik der Bundesregierung Stimmung zu machen und sich innerhalb der deutschen Rechten zu behaupten. In ihrer „Kritik“ an der Politik der Bundesregierung und dem sog. „Euro-Schutzschirm“ der die Staatspleiten Griechenlands und anderer finanzschwächerer Euroländer, wie Irland, Italien, Spanien und Portugal abwenden soll, stehen sich unterschiedliche Typen autoritärer Krisenlösungsstrategie gegenüber. Der deutsche Staat inszeniert sich in der aktuellen Krise unverblümt als hegemoniale europäische Macht und ist ganz vorne mit dabei dem griechischen Staat massive Kürzungen und Massenentlassungen als Bedingung für die Gewährung finanzieller Hilfen gegen die drohende Staatspleite aufzuzwingen. In der Konsequenz wird das zu einer massiven Verarmung weiter Teile der in Griechenland lebenden Menschen führen.
Im Gegensatz zu dieser Politik, die die Stärke Deutschlands als zentrale Führungsmacht innerhalb der EU sichern und ausbauen möchte, verschaffen sich zunehmend auch Stimmen Gehör, die die Sicherung des eigenen nationalen Standortes unter den verschärften Bedingungen staatlicher Konkurrenz als oberste Priorität ansehen.
Hierbei werden zunehmend rassistische Stereotype bis weit in die Mitte der Gesellschaft bemüht. Mit am Häufigsten tauchen Bilder wie die der „faulen Südeuropäer“ auf, die ihre Misere durch ihre Unfähigkeit eigentlich selbst verschuldet hätten und somit die Folgen gefälligst auch selber tragen sollten. Andererseits werden quer durch alle Lager und Parteien der deutschen Rechten Stimmen lauter, die die Rückbesinnung auf streng nationalstaatliche Modelle der Wirtschaftspolitik fordern. Das Konzept der supranationalen Europäischen Union wird hierbei als „künstlich“, „verfilzt“ und kontraproduktiv zur Sicherung der eigenen Privilegien angesehen.
Im Fahrwasser der Debatte um den Rausschmiss Griechenlands aus der Eurozone werden der Austritt aus dem Euro und die Wiedereinführung der „sicheren, starken“ D-Mark als Gegensatz zum „Teuro“ gefordert.
Anders als in den meisten anderen EU-Länder ist der so genannte Rechtspopulismus in der BRD bis jetzt noch kein wirkliches politisches Erfolgsmodell. Allerdings hat spätestens die Sarrazin-Debatte mehr als deutlich gezeigt, dass es auch hierzulande einen beträchtlichen Nährboden für derartige Ressentiments gibt. Wir sehen es als Aufgabe der antifaschistischen Linken an, ein Erstarken dieser gesellschaftlichen Kräfte zu verhindern und Widerwärtigkeiten, wie Rassismus, Nationalismus oder Sozialchauvinismus keinen Raum zuzugestehen.

Kommt Alle am 15. Oktober um 9:30 morgens zur antifaschistischen Kundgebung (Ort wird demnächst bekanntgegeben) in München. (Nähe U/S-Bahn Marienplatz)

Danach Aktionen gegen den Aufmarsch der Rechten. 10:30 Auftaktkundgebung der Rechtspopulist_innen am Sendlinger Tor Platz.

Unterstützer_innen:

aka_muc
autonome gruppe münchen

antifa nt
Autonome Antifa München

eaam
emanzipatorische autonome antifa münchen

linksjugend solid
basisgruppe münchen

sam
subversive antifa münchen

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http://akamuc.blogsport.de/2011/10/08/rechtspopulist_innen-den-tag-vermiesen/feed/
VERDAMMT (,) NOCHMAL! http://akamuc.blogsport.de/2011/10/01/verdammt-nochmal/ http://akamuc.blogsport.de/2011/10/01/verdammt-nochmal/#comments Sat, 01 Oct 2011 15:19:17 +0000 Administrator queer_feminismus http://akamuc.blogsport.de/2011/10/01/verdammt-nochmal/

VERDAMMT (,) NOCHMAL!
Donnerstag, 17.11. – 20:00Uhr
Christine K.
+Workshop
„Kontingente Höhepunkte“

Samstag, 19.11. – 18:30Uhr
[ANA]
‚Autonome Neuköllner Antifa‘
+Workshop
„Sexismus? Gibts bei uns nicht!?“
Sookee
+Workshop
„Männlichkeitsentwürfen und (Hetero-)Sexismus im deutschsprachigen Rap.
Der Input gibt einen Einblick in die Entstehung, Potentiale und Aspekte von Rap.“
+Konzert (nach den Workshops)

Achtung, neues Datum! Der Workshop findet am Samstag, den 03.12. um 14:00Uhr im Kafe Marat statt.
asab_m
‚antisexistisches aktionsbündnis münchen‘
+Workshop
„Definitionsmacht & Zustimmungskonzept“

„Verdammt, nochmal!“

„Da war noch was“ war zuerst als Motto für die Veranstaltungsreihe gedacht. Damit wäre zwar widergespiegelt worden, welche Stellung die Auseinandersetzung mit Sexismus hat: Zwischen Lohnarbeit, Ausbildung, Orgastress, Kochen und auf Demos gehen wird sie viel zu oft zum Randthema. Allerdings wird „Da war noch was“ unserer Wut auf die patriarchalen Verhältnisse bei weitem nicht gerecht – die sexistischen Zustände müssen immer bekämpft werden, immer wieder und überall!

Und deshalb: Verdammt, nochmal!

Sei’s in unseren Beziehungen, in der Schule, in der Arbeit, oder durch die kompromisslose Einteilung in die zwei Geschlechter „Mann“ und „Frau“ – Sexismus findet auf verschiedensten gesellschaftlichen und staatlichen Ebenen statt. Antisexistische Praxis&Theorie kann es nicht geben, ohne dass wir auch unsere eigenen Sexismen hinterfragen und reflektieren. Denn auch in linken Zusammenhängen wirken ausgrenzende Mechanismen, wie zum Beispiel ein „typisch männlicher“ Habitus.
Wir haben uns dafür entschieden, nicht mit Vorträgen zu arbeiten, in denen eine Person über den anderen thront und rein frontal Inhalte vermittelt. Stattdessen wollen wir gemeinsam Positionen erarbeiten, Bestehendes hinterfragen und diskutieren. Die Veranstaltungen erfordern kein besonderes Vorwissen.

Wir freuen uns auf euch!
Bei allen Veranstaltungen wird es kühle Getränke und Vokü zu den gewohnt günstigen Preisen geben. Alle Workshops könnt ihr kostenlos und ohne Anmeldung besuchen.

aka_muc

Zum Anfang
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Kontingente Höhepunkte
– ein Workshop über Sexualität, Orgasmen und Geschlechtsidentitäten
Christine K.

Die herrschende Norm zur Sexualität ist heute, dass „es“ Spaß machen soll, und zwar allen
Beteiligten. Das ist ja – gerade im historischen Vergleich – erstmal keine schlechte Sache, sondern, gemessen an früheren Normen (bspw. Sexualität soll vor allem der Fortpflanzung dienen) grundsätzlich eine begrüßenswerte Entwicklung. Dass an diese Norm allerdings genauso wie an früheren auch Machtprozesse anknüpfen, die viel dazu beitragen, das herrschende Geschlechterverhältnis zu stabilisieren oder sogar es mit hervorbringen, ist aber auf den ersten Blick nicht so sichtbar. In diesem Workshop wollen wir nach einer kurzen theoretischen Einführung zu Sexualität und Macht anhand von Texten über den Orgasmus quasi lernen, mit einem kritischen Blick auf den Sexualitätsdiskurs diese Machttechniken zu erkennen.

Referentin ist eine Aktivistin aus München. Der Workshop findet am Donnerstag, den 17.11.2011 um 20:00h im Kafe Marat statt.

Zum Anfang
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„Sexismus? Gibts bei uns nicht!?“
autonome neuköllner antifa

Auch wenn das Repertoire des sogenannten Selbstlabelings der Linken
Szene in den letzten Jahren um den Begriff des Antisexismus erweitert
worden ist, können wir immer wieder feststellen, dass dies kaum
Konsequenzen für die eigene Politische Praxis bedeutet. Sexismus, offen
oder chiffriert, tritt immer wieder in unterschiedlichsten Formen zu
Tage, nicht zuletzt in Räumen und sozialen Konstellationen, die als
eigentlich save gelten. Um den Mythos des Freiraums und oder der ach so
reflektierten Gruppe erhalten zu können, werden sexuelle Übergriffe auch
mal kleingeredet oder negiert. Diese Zustände nehmen wir zum Anlass, uns
einmal eingehender mit den Ursachen dieser Missstände zu beschäftigen und
uns über mögliche Tipps zu Verhaltensweisen und reflektierenden Methoden
auszutauschen.

Referieren werden Vertreter_innen der Autonomen Neuköllner Antifa (ANA)
Der Workshop findet am Samstag, den 19.11.2011 im Kafe Marat statt.

Zum Anfang
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„Schwule Rapper, es wird Zeit, dass wir Tacheles sprechen…“
Sookee

Männlichkeitsentwürfen und (Hetero-)Sexismus im deutschsprachigen Rap.
Der Input gibt einen Einblick in die Entstehung, Potentiale und
problematischen Aspekte von Rap. Aufbauend auf Theorien zur Konstruktion
von Geschlecht und aus der kritischen Männerforschung wird der
Zusammenhang von Männlichkeitsentwürfen und (hetero-)sexistischen Images
und Performances im deutschsprachigen Rap thematisiert. Hierbei geht der
Input vor allem auf sprachliche Mechanismen ein, diskutiert die
Verquickung von Gewalt und Sexualisierung und setzt sich mit dem Aspekt
der Mehrdeutigkeit auseinander: Wie sind Männlichkeitsvorstellungen und
(hetero-)sexistische Lines in Rap-Texten einzuordnen? Lassen sie sich
alle eins zu eins übersetzen oder handelt es sich um bloße Ironie?
Welche Rolle spielen hier rassistische Diskurse der
Mehrheitsgesellschaft? Abschließend geht es um den Umgang mit den
angesprochenen Rappern (es sind ausschließlich Männer) in der medialen
Öffentlichkeit und um die Frage, wie auf die genannten Phänomene
reagiert werden kann.

Der Workshop findet am Samstag, den 19.11.2011 im Kafe Marat statt. Referentin: Sookee

Zum Anfang
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Definitionsmacht & Zustimmungskonzept
antisexistisches aktionsbündnis münchen

Mit dem Workshop zum Thema „Definitionsmacht&Zustimmungskonzept“ wollen wir die Basis für eine antisexistische Praxis schaffen. Um einen Umgang mit sexualisierten Übergriffen zu finden, braucht es ein Umfeld des Vertrauens und der Solidarität.
Während des Workshops wollen wir anhand eines Textes gemeinsam erarbeiten, ob und wie Definitionsmacht umgesetzt werden kann, uns aber auch überlegen, wie Grenzverletzungen verhindert werden können.

Wenn ihr Fragen zu Inhalten und Rahmen des Workshops habt, könnt ihr euch gerne an
uns wenden.
Wir freuen uns auf euch und eine konstruktive Auseinandersetzung!

Der Workshop findet am Samstag, den 26.November um 14:00h im Kafe
Marat statt und wird organisiert vom asab_m (antisexistisches aktionsbündnis
münchen).

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http://akamuc.blogsport.de/2011/10/01/verdammt-nochmal/feed/
RECLAIM EVERYTHING http://akamuc.blogsport.de/2011/09/26/reclaim-everything/ http://akamuc.blogsport.de/2011/09/26/reclaim-everything/#comments Mon, 26 Sep 2011 20:53:20 +0000 Administrator allgemein http://akamuc.blogsport.de/2011/09/26/reclaim-everything/ treffen für ein anderes ganzes



Hast du es auch satt, dass es in München viel zu wenig alternative Ausgehmöglichkeiten gibt und der Rest einfach völlig überteuert ist?
Dich nerven die steigende Polizeipräsenz und die ständigen Kontrollen?
Du findest es zum Kotzen, dass rassistische Übergriffe z.B. während der WM zum Alltag gehören und dass das im nationalen Freudentaumel meist totgeschwiegen wird?
Du findest es scheiße, dass in München und sonst wo Nazis marschieren und willst das nicht hinnehmen?
Du möchtest lieben, wen du willst und findest, es sollte sich keine_r verstecken müssen?
Du bist mit der Gesamtscheiße unzufrieden?
Wir sind drei autonome, antifaschistische Gruppen aus München, die eine Möglichkeit bieten wollen, sich selbst zu organisieren und zu vernetzen.
Deshalb wollen wir euch zu einem Treffen einladen, bei dem alles möglich ist:
Diskussionen, gemeinsames Texte lesen, gemeinsames Kochen, Vorbereiten von Demos, Siebdruck, und alles was sonst so ansteht und worauf die Leute Lust haben.
Es soll ein Rahmen geschaffen werden, in dem jede_r den Verlauf des Abends mitgestalten kann.

Dabei ist es egal, wie erfahren, eingebunden oder alt du bist.
Es ist uns wichtig, einen angenehmen Umgang miteinander zu haben.

Macker, Sexist_innen und rechts offene Spinner_innen sind nicht willkommen!

30. Oktober 2011
19:00 Uhr
Kafe Marat
Thalkirchnerstr. 102

checkt auch:

www.sam.blogsport.de
www.eaam.blogsport.de

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http://akamuc.blogsport.de/2011/09/26/reclaim-everything/feed/
gegen burschenschaften in münchen und überall – 16.07.2011 http://akamuc.blogsport.de/2011/07/11/gegen-burschenschaften-in-muenchen-und-ueberall-16-07-2011/ http://akamuc.blogsport.de/2011/07/11/gegen-burschenschaften-in-muenchen-und-ueberall-16-07-2011/#comments Mon, 11 Jul 2011 19:35:15 +0000 Administrator antifaschismus antimilitarismus antirassismus http://akamuc.blogsport.de/2011/07/11/gegen-burschenschaften-in-muenchen-und-ueberall-16-07-2011/ Burschenschaftliche Anfänge

Der Burschenschaftsgedanke hat eine lange nationalistische Geschichte, die bis ins frühe 19te Jahrhundert zurückreicht. Bezeichnender Weise diente schon der 1815 gegründeten Urburschenschaft „Ehre, Freiheit, Vaterland“ als Motto. Damit ging die Idee eines geeinten „Großdeutschland“ einher. Die „Urburschenschaft“ bestimmte, dass nur ein „Deutscher“ und „Christ“ Burschenschaftler werden könne. Die Idee der „großdeutschen Nation“ war schon damals mit Antisemitismus gekoppelt. 1820 wurde der Ausschluss der „vaterlandslosen Juden“gefordert, welcher in den 1880er Jahren in den österreichischen Verbindungen und 1920 innerhalb der Deutschen Burschenschaften durch den sogenannten „Arierparagraphen“ realisiert wurde. 1817 wurde auf dem Wartburgfest ein Grundstein für den deutschen Gründungsmythos gelegt. Die Teilnehmer einte unter anderem der gemeinsame Hass auf Frankreich und die damit assoziierten aufklärerischen Ideen der französischen Revolution, sowie die Vorstellung einer „deutschen Nation“.
Der völkische Nationalismus der Beteiligten gipfelte in der Verbrennung von Büchern jüdischer Autor_innen und Literatur der französischen Revolution. In der Folgezeit versuchten die Burschenschaften ihre Vorstellungen eines „deutschen Reichs“ mit Aufständen und Attentaten im bewaffneten Kampf durchzusetzen. 1848 wurden die Farben der Burschenschaften als Nationalfarben übernommen.

„Was wir seit Jahren ersehnt und erstrebt und wofür wir im Geiste der Burschenschaft von 1817 jahraus, jahrein an uns gearbeitet haben, ist Tatsache geworden.“ (Burschenschaftliche Blätter 1933)

Der Nationalsozialismus wurde von den Burschenschaften in Deutschland sowie in Österreich begeistert aufgenommen, da sie darin die Verwirklichung ihrer angestrebten Ziele sahen. Die meisten Burschenschaften wurden im nationalsozialistischen deutschen Studentenbund zusammengefasst, und nicht wie viele Burschenschaften heute behaupten zur Auflösung gezwungen bzw. verboten.
In Österreich feierten die Burschenschaften den Anschluss an das nationalsozialistische Deutschland mit dem Aufzug von Hakenkreuzfahnen. Die Berufung heutiger Burschenschaften auf vereinzelte angebliche „Widerstandskämpfer“ verfälscht ihre Rolle während des Nationalsozialismus und dient zur Reinwaschung des Burschenschaftsmilieus.

Die Burschenschaften in der Nachkriegszeit und heute

Nach Verbot des deutschen Studentenbunds durch die Alliierten gründete sich 1950 die Deutsche Burschenschaft neu. Der Antrag auf Fusion der Deutschen Burschenschaft (DB) mit der Deutschen Burschenschaft Österreichs (DBÖ bis 1959 Allgemeiner Delegierten Convent) zu einer grenzübergreifenden Burschenschaft fand auf dem Burschentag 1961 keine Mehrheit. Daraufhin gründete sich die Burschenschaftliche Gemeinschaft (BG). Im gleichen Jahr schändeten zwei Burschenschafter einen jüdischen Friedhof in Innsbruck.

Im sogenannten Südtiroler Terror spielten Burschenschaften aus Österreich eine entscheidende Rolle. Besonders die Wiener Burschenschaft Olympia um Norbert Burger, welche von 1961-1973 verboten war, trug zur vermehrten Gewalt gegen Zivilist_innen in dieser Zeit bei. Die Gewaltbereitschaft der Burschenschafter äußerte sich auch 1965 bei einem Angriff auf eine antifaschistische Demonstration in Innsbruck gegen den antisemitischen Professor Taras Borodajkewycz in Innsbruck. Der Antifaschist und KZ-Überlebende, Ernst Kirchweger, wurde im Zuge der Attacke von Burschenschaftern ermordet.

Rassistische und antisemitische Einstellungen sind bis heute ein wesentlicher Bestandteil der Burschenschaften. Bekannt wurde der Fall des britischen Holocaustleugner David Irving, der 2005 in Österreich verhaftet wurde, als er gerade auf dem Weg zu einem Vortrag bei der Wiener Burschenschaft Olympia war.


„Denk‘ ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht,“ (
Heinrich Heine)

Die Vorstellung der „deutschen Nation“ begründet sich in der rassistischen „Blut und Boden“ Ideologie, welche eine „Blutsverwandtschaft“ aller Deutschen postuliert. Das Verständnis einer „deutschen Nation“ als exklusives Kollektiv wurde schon in der Gründungszeit der Burschenschaften durch die Abgrenzung zum Judentum definiert. Die Nation wird anders als im von der französischen Revolution vertretenen Modell nicht als politische Willensgemeinschaft, sondern als natürliche Schicksalsgemeinschaft verstanden. Die mit dem deutschen Nationalismus einhergehende Ablehnung modernen Denkens spiegelt sich auch in der Unterwerfung des Individuums unter völkische Interessen wieder. Innerhalb der Burschenschaften ist das Mensurfechten ein Ritual, mit dem die Bereitschaft, sich einer Gemeinschaft zu unterwerfen bewiesen werden soll. Indem das Individuumn seine körperliche Unversehrtheit opfert wird es ein vollwertiger Teil des Ganzen. Dieser Gemeinschaft liegen militaristische Werte wie Gehorsam, Männlichkeit, Uniformierung und lebenslange Treue zugrunde.
Aufgrund des Ideals eines „Großdeutschen Vaterlandes“ erkennen die meisten Burschenschaften die Grenzen der BRD bis heute nicht an. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass der Festkommers der Burschenschaftlichen Gemeinschaft ursprünglich im Sudetendeutschen Haus stattfinden sollte. Die Vertriebenenverbände teilen mit den Burschenschaften die revisionistischen Vorstellungen eines wiedervereinigten „Großdeutschen Reichs“. So fühlen sich Burschenschaften aus verschiedenen Ländern immer noch als Teil eines „Großdeutschland“. Der FPÖ Nationalrat und Mitglied der Olympia Wien, Martin Graf, äußert sich folgendermaßen dazu: „Die heutigen Staatsgrenzen wurden willkürlich gezogen, das deutsche Volkstum muss sich in Europa frei entfalten können.“

Diese völkischen Vorstellungen gehen einher mit einem rassistischen Weltbild. Das zeigte sich auch erst kürzlich am Verbandstag der Deutschen Burschenschaft 2011 in Eisenach, als die Burschenschaft Raczeks zu Bonn in einem Antrag die Wiedereinführung eines „Arierparagraphen“ forderte. Zusätzlich zu den ohnehin schon rassistischen Aufnahmebestimmungen, wonach ein Bewerber seine Angehörigkeit zum „Deutschen Volk“ nachweisen muss, sollte in Zukunft auch die Zugehörigkeit zu einer „populationsgenetischen Gruppierung“ überprüft werden.

Die deutsche „Auseinandersetzung“ mit der Geschichte

Die bürgerliche Geschichtsschreibung versucht nach wie vor die deutsche Historie reinzuwaschen.
Bis heute wird das Wartburgfest im Geschichtsunterricht in den Schulen als Gründungsmythos der „deutschen Nation“ und als revolutionär demokratisches Moment der deutschen Geschichte verklärt. Die reaktionären und antisemitischen Bücherverbrennungen werden schlichtweg verschwiegen. Der völkische Nationalismus und der damit einhergehende Rassismus und Antisemitismus sowie die Ablehnung der französischen Revolution einte die Beteiligten. Dass diese Umstände nicht in einem kritischen Licht gesehen werden ist bezeichnend für das deutsche Geschichtsverständnis. Eine kritische Aufarbeitung der deutschen Geschichte ist nach wie vor unerwünscht.

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